Winden
Zauberhafte Landschaft im Dreieck Bad Ems – Montabaur – Diez, in dessen Mittelpunkt Winden liegt. Eine Fülle von Eindrücken begeistert den Besucher: Liebliche Flusstäler mit steilen Weinbergen und Buschbestandenen Auen wechseln mit wildromantischen Felsschluchten, durch deren Grund reißende Bäche rauschen. Durch Dickicht und Gestrüpp bahnt sich der Wanderer einen Pfad in ausgedehnte Hochwälder. Hier blickt man rings herum über Windzerzauste Grasweiden, runde Hügelkuppen und die malerischen Bergketten des Hochtaunus und des Westerwaldes. Dieses friedliche Land, das von gewerblichen Großbetrieben und Verkehrslärm bisher weitgehend verschont geblieben ist, wirkt auch heute noch wie eine Oase der Ruhe und Geborgenheit. Die Bildstöcke am Wegrand sind frisch geweißt und mit Blumen geschmückt. Von fern rufen uralte Glocken wie schon zu alter Zeit, zum Gebet.

Die Windener und ihr Dorf

Und dieses schöne, von der Natur so ausgezeichnet begünstigte Land hat einen kräftigen, biederen Menschenschlag zu seinen Bewohnern, die die Künste und Gewerbe des Friedens zu treiben, die Vorzüge des Landes und seine Früchte zu schätzen und würdigen zu genießen wissen, aber es auch verstehen, zu des Landes Schirm und Hort die Waffen zu führen.


Sehr alte Militär – Karte aus dem Nassauer Land.
Nassovia Comitatus ca. 1660

Mit diesem Vorwort zu seiner „Beschreibung des Herzogtums Nassau“ (erschienen 1843) versuchte der Kirberger Dekan, C:D: Vogel, die Bewohner seines Landes zu Charakterisieren. Es ist zu vermuten, dass der verdienstvolle Pfarrherr aus dem Taunus die Vorboten der Bürgerrevolution von 1848 ahnte. Er Manifestierte eine Art „Nassauer Patriotismus“, wie er sich einige Jahre später überall im Lande regte.

Man darf nicht übersehen das es in Winden, wie überall in Nassau, erst seit 1817 keine Leibeigenschaft mehr gab. Dennoch blieben die Windener immer noch die „armen Leute“, wie sie der Arnsteiner Chronist nannte. Das Arnsteiner Land kam unter Nassauische, später preußische Dömänenverwaltung, die Ländereien wurden verpachtete. Damit versuchte sie, durch Tausch mit den Grundstücken der Windener eine Zusammenlegung und dadurch eine verbesserte Bearbeitung zu erreichen. Dies ging nicht ohne Streit ab, weil die Windener sich oft von der Domänenverwaltung unterdrückt und übervorteilt fühlten.

Winden zeigt sich heute als schmuckes, ansehnliches Dorf mit vielen Neubauten und fast ebenso vielen alten Häuser. Sie geben dem Gesamtbild des Ortes jenes Aussehen, das schließlich 1976 zu Anerkennung als „schönstes Dorf“ von Rheinland – Pfalz geführt hat. Wer jedoch meint, das schöne Bergdörfchen würde sich auf seinen damaligen Lorbeeren ausruhen, der hat weit gefehlt. Vieles hat sich seit 1976 getan, wodurch das Dorf an Attraktivität und Esprit dazu gewonnen hat. Gewiss gehört auch dazu die vorbildliche, liebevolle Pflege und Bepflanzung der Vorgärten, der Höfe und Plätze. Ebenso die Erhaltung und Wiederherstellung der wenigen alten Fachwerkhäuser.

Seit 1992 bietet Winden seinen jüngsten Gemeindemitgliedern im ehemaligen Schulgebäude einen liebevoll eingerichteten Kindergarten. Der Kindergarten von Winden legt Wert darauf, dass die Kinder hier mit der Natur aufwachsen und veranstaltet aus diesem Grund einmal wöchentlich einen „Waldtag“. Förster Schendel macht an diesen Tagen jedesmal auf eine andere Besonderheit des Waldes aufmerksam. Ein großzügiges Bürgerhaus wurde an das alte Schulgebäude angebaut, das Platz für mehrere Hundert Menschen bietet. Es ist sehr funktionell und großzügig Ausgestattet, so dass es jederzeit für größere Veranstaltungen zur Verfügung steht. Einen Tennisplatz, sowie einen neu gestalteten Sportplatz stehen ebenfalls zur Verfügung. Viel Arbeit wurde auch in die neu Gestaltung der Leichenhalle und die des Friedhofs investiert.

Nicht zu vergessen die wunderschöne Grillhütte (erbaut von †Egon Kaspar), die die Gemeinde hinter dem Sportplatz errichten lies. null Dort findet man sämtliche Annehmlichkeiten, die zu einem Platz des Feierns und der Freude gehören. Es ist möglich (nach Absprache mit der Gemeinde) die Grillhütte auch für private Feierlichkeiten anzumieten. Um den Erfolg einer dort stattfindenden Feier braucht man sich an diesem Plätzchen nicht zu sorgen.
Trotz des Gemeinde Wachstums hat sich Winden seine Ursprünglichkeit bewahrt und nichts von seiner erholsamen Bilderbuchlage eingebüsst.

Die Beschreibung der reizvollen Lage des Ortes soll nicht darüber hinwegtäuschen, daß es sich bei der Windener Gemarkung um ein Gebiet handelt, das neben kargem Schieferboden große Flächen Heide-, Öd-, Un- und Waldland aufweist, welches sich für landwirtschaftliche Nutzung (außer Schafzucht) wenig geeignet. Zahlreiche trockene Sommer, zusammen mit frühzeitig einsetzendem Waldraubbau, fehlenden Düngemitteln und schwerem Wildschaden bewirken schon im Mittelalter, daß die Landschaft mehr und mehr verkümmerte. Viele junge Menschen aus kinderreichen Familien mußten sich als Pendler ihr Brot in den benachbarten Städten als Taglöhner und Arbeiter suchen. Auch nahmen viele das harte Los des Bergmanns auf sich. Die Hungersnöte des 19.Jhs. waren die Ursache, daß viele Menschen nach Amerika auswanderten. Später siedelten viele in die Zechenstädte des Ruhrgebietes um. Dies ist an der Bevölkerungsentwicklung Windens deutlich ablesbar. Die Wege zur Arbeit waren mühselig und weit und mußten meist zu Fuß zurückgelegt werden. Bei einem 14 bis 16 Stunden Arbeitstag und karger Kost entwickelte sich hier ein Menschenschlag, der lernte, sich zäh und geduldig mit seinem Los abzufinden und trotzdem der Heimat treu zubleiben.

Ortsporträt
Ein Ortsporträt von Thomas Theisen Mit freundlicher Genehmigung des: Südwestrundfunk Mainz Internetredaktion
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En Wenne is nix ze fenne:
Die merkwürdige Behauptung: „In Winden ist nichts zu finden“ soll erstmals von den wohlhabenden Nachbargemeinden verbreitet worden sein. Heute ist diese Aussage ein geflügeltes Wort, das man aber nicht ganz ernst nimmt. Wer die Windener und ihren Hang zur Untertreibung kennt:“ Mer stronze net, mer honn“ – und ihren heimlichen Stolz, der kann vermuten, daß ihnen diese Meinung gar nicht abträglich vorkommt. Denn der Windener bleibt – im Hinblick auf neugierige Touristen und „haargeloffene“ Zuzügler – gern unter seinesgleichen. Erst dann geht er aus sich heraus. Dies ist verständlich: Die harten Erfahrungen der „Armen – Leute – Jahrhunderte“ haben die Windener zwar vorsichtig und mißtrauisch, aber nicht unfreundlich werden lassen. Lernt man sie näher kennen, wird man sagen: „In Winden ist vieles zu finden !“

Geologie:
Der Boden besteht aus Quarzit – Ablagerungen aus dem Erdzeitalter des Mittel – Devon, Lahnporphy (Marmor), Blei – und Zinkerzen sowie geringen Silberlagern. Die Mineralquellen von Bad Ems, Fachingen und Dausenau sind Weltberühmt.

Klima:
Winden unterscheidet sich ein wenig von den Gegebenheiten im Rhein- und Lahntal. Mann kann im – im Gegensatz zum Hohen Westerwald – mit ca. 120 Tagen Vegetationszeit rechnen. Das verhältnismäßige milde Klima wird in den Frühjahrs – und Herbstmonaten durch heftige Stürme beeinträchtigt, die oftmals bedeutende Schäden anrichten. Winden besitzt ein mildes Reizklima, das sich besonders bei Erkrankungen der Atemwege als lindernd und heilend erweist.

Geographie:
Geographisch gehört dieser Teil Nassaus, der heutige Rhein – Lahn – Kreis, zum Rheinischen Schiefergebirge. Es hat den Charakter einer großen Hochebene, die sich wellenförmig in einer Höhe von 400 bis 800m hält. Da die Lahn die Grenzlinien zwischen zwei Gebirgszügen bildet, gehört das Gebiet nördlich der Lahn zum Westerwald, das südliche zum Taunus. Die Höhen um Winden werden Lahnberge genannt.
Geografische Position: 50.3333300 / 7.8333300


Der Naturpark Nassau liegt im rheinischen Schiefergebirge zwischen den Städten Montabaur im Norden, Diez im Osten, Nastätten im Süden und Lahnstein im Westen. Das Lahntal, in Ost-West-Richtung verlaufend, bildet darin die Hauptachse. Zum Naturparkgebiet gehören Teile des Westerwaldes ebenso wie Teile des Taunus. Im Südwesten liegen Bereiche des Mittelrheintals im Naturpark.

Die Montabaurer Höhe erreicht mit dem Köppel eine Höhe von 546 m über NN. Im Taunus ist die höchste Erhebung der Graue Kopf bei Holzhausen mit 543 m über NN. Lahntal und Seitentäler zum Westerwald und zum Taunus haben zu einer deutlichen Reliefbildung der Landschaft geführt.

Zweck des Naturpark Nassau:
Schutzzweck für den gesamten Naturpark ist die Erhaltung der landschaftlichen Eigenart, der Schönheit und des für Langzeit- und Kurzurlaub besonderen Erholungswertes des Lahntales und seiner Seitentäler sowie der rechtsseitigen Rheinhänge und Seitentäler des Rheins zwischen Lahnstein und Kamp-Bornhofen, mit den landschaftlich abwechslungsreichen, begleitenden Höhenzügen und der „Montabaurer Höhe“.

Die Fauna im Naturpark Nassau ist für manche Tiergruppen recht gut untersucht. So sind z.B. nach 1970 zwölf Fledermausarten nachgewiesen worden, darunter als Rarität die Zweifarbfledermaus. Fast 100 Brutvogelarten sowie 40 Arten, die als regelmäßige Durchzügler und Wintergäste auftreten, können bei der Vogelfauna genannt werden. Weitere 45 Arten sind bisherr sehr selten im Naturpark aufgetreten. Von den bemerkenswerten Brutvögeln sind zu nennen: Baumfalke, Haselhuhn, Rauhfußkauz, Schwarzspecht, Wasseramsel, Eisvogel und Zippammer. Seit einigen Jahren brütet auch der Graureiher wieder. Mit Würfelnatter und Smaragdeidechse kommen zwei in Deutschland vom Aussterben hochgradig bedrohte Reptilienarten ebenfalls hier vor. Für die 13 nachgewiesenen Amphibienarten sollten in den nächsten Jahren verstärkt Sicherungen bestehender und Schaffung neuer Laichgewässer durchgeführt werden. Weiterhin sind 21 Libellenarten und 36 Heuschreckenarten für den Bereich des Naturparks Nassau nachgewiesen worden.

Politische Zugehörigkeit:
Politisch gehört Winden zum Bundesland Rheinland – Pfalz, seit dem die ehemals zum Regierungsbezirk Wiesbaden gehörenden Gebiete von französischen Besatzungstruppen verwaltet wurden.

Staatliche Zugehörigkeit:
Rheinland-Pfalz RB Koblenz – Kreis Rhein – Lahn – Kreis (seit 1949) PLZ: 5409 PLZ: 56379 (seit 1993)